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Kinder stecken Schlaganfälle nicht besser weg

Dienstag, 14. Juli 2015

Größere Plastizität des Gehirns erweist sich nicht als Vorteil

 

Die Folgen eines Schlaganfalls sind für Kinder ähnlich gravierend wie für Erwachsene. Zu diesem Ergebnis kam eine Gruppe von Schweizer Neuropädiatern, die untersuchten, wie sich ein Schlaganfall auf die Lebensqualität sowie auf das körperliche und psychische Wohlergehen von Kindern und jungen Erwachsenen auswirkt.

 

Basierend auf der Annahme, dass sich Kinder nach Schlaganfällen aufgrund ihrer ausgeprägten Regenerations- und Kompensationsmechanismen besser erholen, wurden Daten von insgesamt 116 Kindern im Alter von 1 Monat bis 16 Jahren und von 187 Erwachsenen im Alter von 16 bis 45 Jahren ausgewertet. Alle Patienten hatten in den Jahren 2000-2008 einen arteriellen ischämischen Insult erlitten.

95 der einstigen Kinder und 154 der Erwachsenen wurden ausfindig gemacht und anhand eines strukturierten Fragebogens telefonisch interviewt.

 

57 Prozent der Kinder wiesen nach drei bis sechs Monaten keine bis geringe Beeinträchtigungen auf. Bei der Gruppe der Erwachsenen waren es 61 Prozent.

Drei der Kinder und sechs der Erwachsenen waren unmittelbar nach dem Schlaganfall an dessen Folgen gestorben. Fünf weitere Kinder und drei Erwachsene starben in der Folgezeit.

56 Prozent der Kinder und 54 Prozent der Erwachsenen erreichten rund sieben Jahre nach dem Schlaganfall einen mRS-Wert zwischen 0 und 1.

62 Prozent der Kinder und 64 Prozent der Erwachsenen leiden unter mindestens einer Beeinträchtigung.

Auch bei den Lähmungserscheinungen, wurden bei 55 Prozent der Kinder zu 48 Prozent der Erwachsenen, keine enormen Unterschiede festgestellt.

 

Deutliche Unterschiede ergaben sich aus den Untersuchungen bezüglich der Sprachprobleme und der Befragung nach Verbesserungen der Funktionsfähigkeit im Vorjahr. Dort schlossen die Erwachsenen deutlich schlechter ab als die Kinder.

Bei den Kindern kam es nach dem Schlaganfall jedoch deutlich häufiger zu Verhaltensauffälligkeiten.

 

Aufgrund ausgewerteter funktioneller Parameter wie der mRS oder der Lebensqualität, lassen sich keine deutlichen Unterschiede zwischen den Kindern und den Erwachsenen feststellen. Ein genauer Vergleich der Gruppen ist jedoch nicht möglich, da die Ätiologie der Kinder in der Regel eine andere ist, als bei den jungen Erwachsenen. Darüber hinaus kann das Ergebnis durch fehlerhafte Interpretationen der Angehörigen verfälscht werden.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.